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Der folgende Leitfaden enthält Fakten, auf die Du beim Verfassen Deiner E-Mail zurückgreifen kannst, sowie einige Vorschläge zu wichtigen Punkten, die Du ansprechen solltest. Belege für die unten aufgeführten Fakten finden sich hier auf unserer Website. Außerdem gibt es ein PDF zum Herunterladen, das alle Belege im Detail auflistet.

Zur Erinnerung: Wir sind eine antifaschistische und antirassistische Community. Wir dulden keinerlei Form von Diskriminierung, sei es Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus oder Frauenfeindlichkeit. Alle E-Mails müssen sich an diese Grundsätze halten. Unseren Verhaltenskodex findest Du hier.

Unten stehen drei E-Mail-Adressen von World Climbing, an die Du die E-Mail senden kannst. Bitte wähle außerdem Dein Land aus, um die E-Mail-Adresse(n) Deines nationalen Kletterverbands hinzuzufügen. Anschließend kannst Du alle E-Mail-Adressen in Deine E-Mail kopieren.



Neben einigen unterstützenden Fakten aus dem Abschnitt weiter unten schlagen wir vor, Folgendes anzusprechen:

  • Die Arten und Weisen, auf die der Israelische Kletterverband (ILCA) die palästinensische Kletterszene schädigt oder behindert und welche Auswirkungen dies auf den Sport insgesamt haben könnte.

  • Wie Du persönlich über Wettkämpfe im Klettersport oder den Sport als Ganzes denkst, wenn Du siehst, wie World Climbing Israel auf der internationalen Bühne platformt.

Fakten 

1.     Die ILCA entwickelt und fördert den Klettersport in mindestens sechs Klettergebieten in den besetzten palästinensischen Gebieten (BPG) und einem Gebiet in den besetzten syrischen Golan-Höhen.

a.     Die genannten Klettergebiete liegen in Postleitzahlbereichen, die von der Europäischen Union und den Vereinten Nationen offiziell als israelische Siedlungen in den BPG anerkannt werden

b.     Die EU vertritt die Auffassung, dass diese Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind

c.     Die ILCA gibt Karten und Kletterführer heraus, die diese Gebiete bewusst als Teil Israels darstellen und damit deren rechtlichen Status als palästinensisches Gebiet unsichtbar machen

2.     Die Aneignung und das Plagiat palästinensischer Kletterrouten und -führer durch die ILCA. Ein besonders bekanntes Beispiel (unter anderen) ist Ein Yabrud, ein Gebiet, das 2014–2015 von palästinensischen und internationalen Kletterern erschlossen wurde.

a.     Ein Yabrud wurde später in den Kletterführer “Climbing Palestine” aufgenommen, der 2019 veröffentlicht wurde

b.     2022 erschien ein israelischer Kletterführer zu demselben Gebiet unter dem Namen “Beit El”, unterstützt durch und versehen mit den Logos von World Climbing und der UIAA

c.     Der israelische Kletterführer übernimmt Routen und Beschreibungen aus dem palästinensischen Führer

d.     Es gibt keine Anerkennung der ursprünglichen palästinensischen Erschließungen und Erstbesteigungen

e.     Das Gebiet wird unter dem Namen der nahegelegenen illegalen israelischen Siedlung umbenannt

f.       Einige Routen wurden umbenannt mit Referenzen zu hebräischen heiligen Schriften

g.     Die visuellen und textlichen Inhalte zeigen exakte Übereinstimmungen mit dem ursprünglichen palästinensischen Führer.

h.     Im September 2023 erklärte Israel das Klettergebiet zu einer “Militärzone”, und Palästinenser*innen wurde der Zugang seither verweigert. Israelis dürfen dort weiterhin klettern.

3.     Israel betreibt ein Apartheid-System, dessen sich die ILCA zu ihrem Vorteil bedient, während das palästinensische Klettern systematisch behindert wird

a.     Palästinenser*innen aus dem Westjordanland ist es verboten, die Straßen zu nutzen, die Israelis sowohl zu Fuß als auch mit Fahrzeugen befahren dürfen. Dies schränkt den Zugang zu ihren Klettergebieten stark ein

i.       Palästinensische Kletterer*innen müssen lange Umwege zu Fuß zurücklegen, um ihre Kletterrouten zu erreichen

ii.     Einige Klettergebiete wurden zu Militärzonen erklärt, was den Zugang für die gesamte palästinensische Bevölkerung einschränkt

b.     Verschiedene Quellen sammeln Zeugnisse palästinensischer Kletterer*innen, die von Militärcheckpoints, Einschüchterungen und Vertreibungen durch die israelische Armee und israelische Siedler*innen beim Klettern berichten

c.     Die Bemühungen palästinensischer Kletterer*innen, (1) im Inland zu trainieren, (2) Klettergebiete zu erschließen und (3) internationale Trainingsmöglichkeiten zu nutzen, werden durch Israel – unterstützt von der ILCA – erheblich behindert.

i.       Internationale Bergführer*innen, die versuchen, in das Westjordanland einzureisen, um bei der Erschließung neuer Klettersektoren mitzuwirken oder Klettertraining anzubieten, wurden von israelischen Behörden abgewiesen

ii.     Palästinensische Kletterer*innen, die versuchen, international zu reisen, wurden von Israel bei dem Versuch, das Westjordanland legal zu verlassen, verhaftet

4.     ILCA und einige israelische Athlet*innen werden von israelischen Unternehmen und Siedlungen finanziert, die von den UN als illegale Profiteure des Völkermords und/oder der Besatzung eingestuft wurden

a.     Der Kletterführer der ILCA für das plagiierte Gebiet “Beit El” gibt an, dass das Projekt “von Routenboltern des Kletterverbands geleitet und von dem örtlichen Rat der Siedlung Beit El finanziert wurde, der die Entwicklung unterstützte”.

i.       Beit El ist eine illegale Siedlung, die 1977 von der ultranationalistischen Gruppe Gush Emunim durch die Enteignung von drei palästinensischen Dörfern gegründet wurde

b.     Der Kletterfelsen Beit Aryeh liegt ebenfalls in den BPG und wurde von einer illegalen Siedlung finanziert, die für die Ableitung ihres ungereinigten Abwassers in ein benachbartes palästinensisches Dorf berüchtigt ist

i.       Der israelische Kletterführer gibt offen zu: “Der Israel Climbers Club arbeitete zusammen mit dem sehr kletterfreundlichen örtlichen [Siedlungs-]Rat daran, den Felsen wiederzubeleben. Heute ist der Felsen an Wochenenden gut besucht, und obwohl er außerhalb der sogenannten ‘Grünen Linie’ liegt, bietet er eine entspannte und friedliche Atmosphäre.”

c.     Die Athletin Ayala Kerem (wie auch andere israelische Athlet*innen) wird von Shikun & Binui gesponsert, einem Unternehmen, das von der Besatzung palästinensischer Gebiete profitiert und in Verstöße gegen internationales Recht verwickelt ist

i.       2025 nahm die UN das Unternehmen in ihre Datenbank für Unternehmen auf, die an der illegalen Annexion Palästinas beteiligt sind

ii.     Das Unternehmen stellt Ausrüstung, Technologie und Dienstleistungen für die israelischen Streitkräfte (IDF) bereit, einschließlich Einheiten, die aktiv an Militäroperationen im Gazastreifen und im Westjordanland beteiligt sind

5.     Die ILCA beteiligt sich an militärbezogenen Aktivitäten an oder nahe der Grenze zum Gazastreifen durch die „Brotherhood Pre-Military Academy“, im Rahmen derer die ILCA Ausbildungsprogramme für Militärrekruten anbietet

a.     Die ILCA bietet Trainings in Bergsteigen, Abseilen und anderen körperlichen Herausforderungen an, um Militärrekruten auf tödliche Einsätze vorzubereiten

i.       Dabei hat die ILCA auch mit Mitgliedern israelischer Spezialeinheiten wie Maglan und Sayeret Matkal zusammengearbeitet

b.     Die ILCA organisiert und subventioniert Workshops direkt mit dem israelischen Militär, um „Kampferfahrungen zu verarbeiten“

i.       Die ILCA beschreibt diese als Ort, an dem Teilnehmer*innen die „anhaltende Verbindung zwischen Klettern und Krieg“ diskutieren können

c.     Der ILCA-Athlet Mor Sapir erklärte öffentlich, dass er während der Militäroperationen Israels im Gazastreifen – Operationen, die der Internationale Gerichtshof als plausiblen Fall von Völkermord eingestuft hat – mehr als 200 Tage Reservistendienst in der IDF absolviert hat

d.     ILCA-Publikationen aus dem Jahr 2023 verweisen offen darauf, dass viele ihrer Mitarbeiter*innen zu dieser Zeit zum Reservistendienst einberufen wurden

6.     Relevante Statuten und Verhaltenskodex von World Climbing:

a.     Artikel 6.3 der Statute verbietet Diskriminierung aufgrund von Nationalität, Ethnie, Religion, politischer Meinung oder sozialer Herkunft

b.     Artikel 6.4 der Statute verpflichtet nationale Verbände, eine sichere und respektvolle Sportumgebung frei von Einschüchterung und Ausgrenzung zu gewährleisten

c.     Artikel 5.2 des Verhaltenskodex verbietet die diskriminierende Behandlung von Personen oder Gruppen aufgrund von Nationalität, Rasse, Religion, Sprache, politischer Präferenz oder sozialer Herkunft

7.     Relevantes internationales Recht:

Das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom 19. Juli 2024 erklärte israelische Siedlungen in den BPG für illegal und bestätigte, dass alle internationalen Institutionen – einschließlich Sportverbände – nach internationalem Recht verpflichtet sind, diese Situation nicht als rechtmäßig anzuerkennen, keine Unterstützung oder Hilfe für deren Aufrechterhaltung zu leisten und aktive Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu beenden. World Climbing kommt diesen Verpflichtungen nicht nach.