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Sehr geehrter Herr Marco Scolaris, sehr geehrter [Dein nationaler Verband],

mein Name ist _____ und ich bin ein*e Kletterer*in aus [Dein Land] [Füge weitere relevante Informationen hinzu. Gehörst Du einem nationalen Kletterverband oder -verein an? Arbeitest du als Coach o.Ä.?].

Ich wende mich heute an Sie und die World Climbing-Generalversammlung in Bezug auf die dringende Angelegenheit der anhaltenden Teilnahme Israels an World-Climbing-Veranstaltungen, sowie auf die bevorstehende außerordentliche Versammlung am 23. Juli, in der die nationalen Verbände (unter anderem) über die Suspendierung des Israelischen Kletterverbands (ILCA) abstimmen werden. Die Teilnahme des ILCA an Ihren Wettkämpfen stellt eine eklatante Verletzung der Statuten und des Verhaltenskodex von World Climbing dar. Ihr Versäumnis, den ILCA auszuschließen, verstößt zudem gegen das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs aus dem Jahr 2024.

Der ILCA beteiligt sich an der illegalen Besetzung und Aneignung palästinensischer Klettergebiete. Darüber hinaus plagiiert der ILCA sogar den Kletterführer „Climbing Palestine“, während er ein palästinensisches Klettergebiet – das auf besetztem palästinensischem Gebiet liegt und ursprünglich von palästinensischen und internationalen Kletterern erschlossen wurde – für Israel beansprucht und umbenennt. Dieses Klettergebiet wurde ursprünglich von den Erstbesteigern „Ein Yabrud“ genannt, doch der israelische Kletterführer – versehen mit den Logos der IFSC und UIAA – benennt das Gebiet nach einer illegalen israelischen Siedlung um. Tatsächlich befinden sich mindestens sechs Klettergebiete, die der ILCA als „in Israel gelegen“ bewirbt, in Wirklichkeit auf besetztem palästinensischem Gebiet, in oder nahe Siedlungen, die nach EU- und UN-Recht illegal sind. Beweise dafür und weitere Informationen sind öffentlich einsehbar unter https://www.banisraelfromworldclimbing.com/.

Der ILCA unterstützt zudem die israelische Armee, die aktuell einen unglaublich detailliert dokumentierten Völkermord am palästinensischen Volk durchführt – in offener Missachtung von Mandaten der UN und des Internationalen Gerichtshofs. Beiträge in den sozialen Medien des ILCA rühmen sich mit ihrer engen Beziehung zur „Brotherhood Pre-Military Academy“, einer Gruppe, die Rekruten auf den Dienst in der israelischen Armee vorbereitet. In dieser Akademie bietet der ILCA intensive Trainings für israelische Militärrekruten an – darunter Bergsteigen, Abseilen und andere körperliche Herausforderungen – an denen auch Mitglieder israelischer Spezialeinheiten wie Maglan und Sayeret Matkal teilnehmen.

2024 bestätigte ein Gutachten der UN, dass internationales Menschenrecht auch für private internationale Organisationen wie Sportverbände gilt, gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die UN hat z.B. in einer Mitteilung an die FIFA im Oktober 2024 ausdrücklich erklärt, dass die Wettkampfteilnahme von Vereinen und Verbänden, die in illegalen israelischen Siedlungen tätig sind, einer Legitimisierung Israels illegaler Präsenz in den besetzten palästinensischen Gebieten gleichkäme. Darüber hinaus verpflichtet World Climbing sich selbst und die nationalen Verbände auf Basis der eigenen Statuten zu hohen ethischen Standards und zur Nichtdiskriminierung.

Es ist somit klar, dass die Handlungen des ILCA aus jeglicher Sicht unethisch und illegal sind und allein schon ausreichen, um ihren Ausschluss aus World Climbing zu rechtfertigen. Noch wichtiger ist jedoch, dass ihre Handlungen direkten Schaden für palästinensische Kletterer und den palästinensischen Kletterverband verursachen. Sie behindern offensichtlich die Fähigkeit palästinensischer Kletterer, zu trainieren, frei zu klettern und an Wettkämpfen von World Climbing als gleichberechtigte Kontrahenten teilzunehmen. Gleichzeitig profitiert der ILCA, indem er palästinensischen Kletterer*innen ihre Klettergebiete auf palästinensischem Land raubt, die palästinensischen Erstbesteigungen vertuscht an den dortigen Felsen vertuscht und die Ausbildung ebenjener Armee unterstützt, deren Handeln in den letzten 2,5 Jahren ein Drittel der palästinensischen Bevölkerung zu Flüchtlingen gemacht hat.

Dies so weiter zuzulassen, ist eine Beleidigung für unseren Sport und für alle Athlet*innen auf Ihrer Wettkampfbühne, die hart arbeiten und einen fairen und ethischen Wettbewerb erwarten. Es ist längst überfällig, Apartheid und Völkermord aus dem Klettersport zu verbannen.

Ich fordere hiermit meinen Verband auf, sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen und am 23. Juli für die Suspendierung des Israelischen Kletterverbands (ILCA) zu stimmen. Ich erwarte Ihr schnelles Handeln in dieser sehr wichtigen Angelegenheit.

Vielen Dank.